Niederlande Umsatzsteuer für deutsche Unternehmen
BTW (Belasting over de Toegevoegde Waarde) ist die niederländische Umsatzsteuer. Für viele deutsche Unternehmen entstehen durch Aktivitäten in den Niederlanden steuerliche Registrierungs- und Meldepflichten.
Wann ist eine BTW-Registrierung notwendig?
Nicht jede Aktivität in den Niederlanden löst eine Umsatzsteuerpflicht aus. Die Registrierungspflicht hängt von der Art der Tätigkeit ab:
- Warenlieferungen, bei denen die Ware sich zum Zeitpunkt der Lieferung in NL befindet
- Nutzung eines Konsignations- oder Lagerlogistiklagers in NL
- Aufbau und Abbau eigener Stände bei Messen (je nach Sachverhalt)
- Erbringung bestimmter Dienstleistungen an niederländische Endverbraucher (B2C)
- Import von Waren aus Drittländern über die Niederlande
- E-Commerce-Lieferungen über dem OSS-Schwellenwert ohne OSS-Registrierung
BTW-Sätze in den Niederlanden
| Steuersatz | Anwendungsbereich |
|---|---|
| Standardsatz (21%) | Die meisten Waren und Dienstleistungen |
| Ermäßigter Satz (9%) | Lebensmittel, Bücher, Arzneimittel, bestimmte Dienstleistungen |
| Nullsatz (0%) | Exports, bestimmte internationale Transporte |
| Befreit | Finanzdienstleistungen, Gesundheitsleistungen, Bildung u.a. |
Hinweis: Steuersätze können sich ändern. Bitte aktuellen Stand beim Belastingdienst prüfen.
Registrierungsprozess im Überblick
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Prüfung der Registrierungspflicht
Steuerberater oder USt-Spezialist analysiert, ob eine BTW-Registrierung aufgrund Ihrer Aktivitäten in NL erforderlich ist.
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Antrag beim Belastingdienst
Die Registrierung erfolgt beim niederländischen Finanzamt (Belastingdienst). Es werden Unternehmensangaben und Nachweise zur Geschäftstätigkeit eingereicht.
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Erhalt der BTW-Nummer
Nach Bearbeitung erhalten Sie eine BTW-Nummer (NL.../B.01 Format) und ein OB-Nummer für die Steueridentifikation.
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Laufende Meldepflichten
Regelmäßige BTW-Meldungen (monatlich oder vierteljährlich) sowie ggf. ICP-Meldungen für EU-Warenlieferungen.
Häufige Fragen zur niederländischen Umsatzsteuer
Ab wann müssen deutsche Unternehmen sich in den Niederlanden für die Umsatzsteuer registrieren?
Eine niederländische USt-Registrierung kann unter anderem erforderlich werden, wenn ein deutsches Unternehmen Waren in die Niederlande liefert und diese dort lagert (Konsignationslager), Waren innerhalb der Niederlande verkauft, bestimmte Dienstleistungen an niederländische B2C-Kunden erbringt oder eine Betriebsstätte in den Niederlanden hat. Die genauen Schwellenwerte und Tatbestände sind komplex und sollten mit einem spezialisierten Steuerberater geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen BTW und VAT?
BTW (Belasting over de Toegevoegde Waarde) ist der niederländische Begriff für die Umsatzsteuer, die auf Englisch als VAT (Value Added Tax) bezeichnet wird. Es handelt sich um dasselbe Konzept – eine Verbrauchsteuer auf Waren und Dienstleistungen. Der BTW-Satz in den Niederlanden liegt derzeit beim Standardsatz (aktuell 21%) und einem ermäßigten Satz. Diese Sätze können sich ändern.
Wie läuft das OSS-Verfahren für grenzüberschreitenden B2C-E-Commerce?
Seit Juli 2021 können Unternehmen das One-Stop-Shop (OSS)-Verfahren nutzen, um Umsatzsteuer auf B2C-Verkäufe in verschiedene EU-Länder gebündelt in einem Land abzuführen. Das kann die Notwendigkeit lokaler Registrierungen in jedem EU-Mitgliedstaat ersetzen. Details und Schwellenwerte sollten mit einem USt-Berater geprüft werden.
Brauche ich für Lieferungen an niederländische B2B-Kunden eine BTW-Nummer?
Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen (B2B) gilt in der Regel die Reverse-Charge-Regelung – der Leistungsempfänger schuldet die Steuer. Dennoch kann je nach Sachverhalt (z.B. Lagernutzung) eine BTW-Registrierung erforderlich sein. Eine Prüfung des konkreten Sachverhalts ist empfehlenswert.
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