Verpackungslizenz im Kleingewerbe: Pflicht, Kosten & Ablauf
Kurz vorweg: Auch ein Kleingewerbe braucht eine Verpackungslizenz. Das Verpackungsgesetz kennt keine Bagatellgrenze – schon die erste verpackte Ware löst die Pflicht aus. Die gute Nachricht: Für kleine Mengen ist die Lizenz sehr günstig. Hier erfahren Sie, was gilt, was es kostet und wie Sie es korrekt umsetzen.
Zuletzt aktualisiert: · DNGOnline.de Redaktion
Gilt die Pflicht wirklich auch für Kleingewerbe?
Ja. Maßgeblich ist nicht die Größe Ihres Betriebs oder Ihr Umsatz, sondern die Frage, ob Sie mit Ware befüllte Verkaufsverpackungen erstmals gewerblich in Deutschland in Verkehr bringen. Das trifft auf nahezu jeden Online-Händler zu – vom Versandkarton über Polstermaterial bis zum Etikett und Klebeband. Eine Freigrenze für kleine Mengen gibt es im VerpackG nicht.
Kleingewerbe ≠ Kleinunternehmer: ein häufiger Irrtum
Viele verwechseln zwei verschiedene Dinge. Die Abgrenzung ist wichtig, weil sie nichts miteinander zu tun haben:
| Begriff | Worum es geht | Befreit von der Verpackungslizenz? |
|---|---|---|
| Kleingewerbe | Gewerbeform / Größe des Betriebs | Nein – volle VerpackG-Pflicht |
| Kleinunternehmer (§ 19 UStG) | Umsatzsteuerliche Regelung (keine USt-Ausweisung) | Nein – betrifft nur die Umsatzsteuer |
Was kostet die Verpackungslizenz für Kleingewerbe?
Für Kleinst- und Kleinmengen sind die jährlichen Systembeteiligungsentgelte der wesentliche Kostenfaktor. Öffentlich gelistete Einstiegspreise (Stand Juni 2026, ohne Gewähr):
| Anbieter / System | Einstiegspreis (kleinste Menge) |
|---|---|
| activate by Reclay | ab ~6 € Systembeteiligung (+ ca. 6 € Service) |
| easy-lize (EKO-PUNKT) | ab 28,90 € |
| Lizenzero (Der Grüne Punkt) | ab 39 € / Jahr (+ 25 € Service) |
| zmart | ab 59 € / Jahr |
Einstiegspreise für kleinste Mengen, erhoben am 03.06.2026 von öffentlichen Anbieterseiten. Der tatsächliche Preis richtet sich nach Gewicht je Materialfraktion. Ohne Gewähr. DNGOnline.de erhält keine Provision und nutzt keine Affiliate-Links.
Einen ausführlichen Vergleich mit Auswahlkriterien finden Sie unter Beste Verpackungslizenz im Vergleich.
In 3 Schritten korrekt lizenzieren
- 1. LUCID-Registrierung (kostenlos): Im Register der ZSVR registrieren und LUCID-Nummer erhalten.
- 2. Systembeteiligung abschließen: Jahresmengen je Material schätzen und bei einem dualen System lizenzieren.
- 3. LUCID-Nummer hinterlegen & melden: Nummer bei Bedarf bei Amazon/eBay eintragen und Mengen melden.
Häufige Fragen: Verpackungslizenz Kleingewerbe
Braucht ein Kleingewerbe eine Verpackungslizenz?
Ja. Das Verpackungsgesetz (VerpackG) kennt keine Bagatell- oder Mindestmengengrenze. Wer als Kleingewerbe mit Ware befüllte Verkaufsverpackungen erstmals gewerblich in Deutschland in Verkehr bringt, muss sich im LUCID-Register registrieren und die Verpackungen bei einem dualen System lizenzieren – unabhängig von der Menge.
Gibt es eine Mindestmenge oder Bagatellgrenze?
Nein. Anders als bei manchen anderen Pflichten gibt es im VerpackG keine Freigrenze. Schon die erste verkaufte, verpackte Ware löst die Registrierungs- und Lizenzierungspflicht aus. Die geringe Menge schlägt sich aber im Preis nieder – die Lizenz ist für Kleinmengen sehr günstig.
Was kostet die Verpackungslizenz im Kleingewerbe?
Für Kleinstmengen beginnen die jährlichen Systembeteiligungsentgelte je nach Anbieter bei wenigen Euro bis rund 30–60 € (Stand Juni 2026, ohne Gewähr). Bei sehr kleinen Mengen dominiert häufig die Servicepauschale den Gesamtpreis. Maßgeblich ist Ihr Gewicht je Material – nutzen Sie den Mengenrechner des Anbieters.
Gilt das auch für Kleinunternehmer nach § 19 UStG?
Ja. Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG ist eine rein umsatzsteuerliche Regelung und hat nichts mit dem Verpackungsgesetz zu tun. Auch wer Kleinunternehmer ist, unterliegt voll der LUCID-Registrierungs- und Lizenzierungspflicht, sobald er verpackte Ware in Verkehr bringt.
Was passiert ohne Verpackungslizenz?
Ohne LUCID-Registrierung und Systembeteiligung drohen ein Vertriebsverbot sowie Bußgelder; das VerpackG sieht je nach Verstoß Bußgelder von bis zu 100.000 € bzw. 200.000 € vor. Marktplätze wie Amazon und eBay prüfen die LUCID-Nummer und können nicht registrierte Angebote sperren.
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